Menschenrechtsanwalt nach einem geheimen Prozess verurteilt

Yu Wensheng, ein bekannter Pekinger Menschenrechtsanwalt, wurde im Juni zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und weiteren drei Jahren Entzug der politischen Rechte verurteilt. Er war am 19.1.2018 in der nordwestlichen Stadt Xuzhou wegen des Verdachts der „Anstiftung zur Subversion der Staatsmacht“ und „Behinderung der Pflichten von Beamten“ verhaftet worden. Am 17.6.2020 erhielt seine Frau Xu Yan einen Anruf von der Staatsanwaltschaft der Stadt Xuzhou, wo diese sie über das Urteil gegen ihren Ehemann informierte. Weder sie noch sein Anwalt wussten von dem Prozess. Yu Wensheng würde aber gegen die Gefängnisstrafe Berufung einlegen, so die Staatsanwaltschaft.

Yu Wensheng hatte sich als Anwalt unter anderem für andere Menschenrechtsanwälte wie Wang Quanzhang und auch für verfolgte Anhänger der spirituellen Bewegung Falun Gong eingesetzt.

Nicholas Bequelin, Regionaldirektor für Asien-Pazifik bei Amnesty International, sagte zu dem Urteil: „Yu Wensheng ist ein Opfer politischer Verfolgung, was durch den Anschein eines rechtsstaatliches Verfahren getarnt werden soll. Yu wurde nicht nur unter unbegründeten Anklagen wegen der rechtmäßigen und legitimen Arbeit, die er als Anwalt verrichtete, strafrechtlich verfolgt, sein eigener Anwalt durfte nicht einmal an der Gerichtsverhandlung teilnehmen.“

Für weitere Informationen siehe: https://www.amnesty.org/en/latest/news/2020/06/china-human-rights-lawyer-unjustly-jailed-after-secret-trial-must-be-released/

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