„Hongkong 12“ nach unfairem Prozess verurteilt

Zehn von zwölf Hongkong Bürger, die die seit dem Versuch, Hongkong mit einem Schnellboot zu verlassen, auf dem chinesischen Festland inhaftiert waren, sind dort zu Haftstrafen bis zu drei Jahren verurteilt worden. Yamini Mishra, Regionaldirektorin Asien-Pazifik von Amnesty International, erklärte dazu:

„Diese Urteile, die nach einem unfairen Prozess gefällt wurden, zeigen die Gefahren auf, denen jeder ausgesetzt ist, der sich im chinesischen Strafsystem wiederfindet. Diese Gruppe junger Hongkonger sind während ihrer Haft weiterhin in Gefahr, gefoltert und misshandelt zu werden. Die chinesischen Behörden haben der Welt einmal mehr gezeigt, dass politische Aktivisten keinen fairen Prozess erhalten. Diplomaten, Journalisten und Familienangehörige durften das Gerichtsverfahren nicht beobachten, was damit effektiv ein geheimes Verfahren war.“

Zwölf junge Menschen waren von der Küstenwache des chinesischen Festlandes abgefangen worden, nachdem sie Hongkong am 23. August 2020 auf einem Schnellboot verlassen hatten. Zehn von ihnen wurden am 30.12.2020 nach einer Anhörung am 28.12.2020 von dem Volksgericht des Bezirks Yantian in der Stadt Shenzhen verurteilt.

Tang Kai-yin und Quinn Moon, die der „Organisation von anderen Personen zum heimlichen Grenzübertritt“ angeklagt waren, wurden zu drei bzw. zwei Jahren Haft verurteilt. Die acht weiteren Angeklagten wurden wegen „heimlichen Grenzübertritts“ angeklagt und zu sieben Monaten Haft verurteilt. Zwei der „Hongkong 12“ waren zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung noch keine 18 Jahre alt und wurden der Polizei in Hongkong übergeben.

Für weitere Informationen siehe: „China: Hong Kong youths at risk of torture after being convicted in unfair trial“