Zoom darf kein Instrument der Zensur des chinesischen Staats werden

Die in den USA ansässige Firma Zoom, die Videokonferenzen im Internet anbietet, ist einer Aufforderung der chinesischen Regierung gefolgt, Treffen im Zusammenhang mit dem Gedenken an der blutigen Niederschlagung der Protestbewegung von 1989 in der Umgebung des Tiananmen-Platzes in Peking zu beenden. Die Konten von drei an dem Treffen beteiligten Personen wurden von Zoom gesperrt. Die betroffenen Personen sind chinesischer Herkunft, leben aber in den USA.

Zoom hat mittlerweile eingeräumt, dass es hier einen Fehler gemacht hätte. Die Maßnahmen hätten nicht Personen treffen sollen, die sich nicht auf dem chinesischen Festland aufhalten.

William Nee, Experte für Wirtschaft und Menschenrechte bei Amnesty International (AI), kommentiert den Vorgang wie folgt:

„Die chinesische Regierung unternimmt große Anstrengungen, um sicherzustellen, dass niemand der in China am 3. und 4. Juni 1989 getöteten Personen gedenkt oder diese überhaupt erwähnt. Indem Zoom Pekings Aufforderung nachkommt, die Treffen zum Gedenken der Ereignisse vom Tiananmen zu beenden, besteht die Gefahr, dass Zoom sich der Verletzung des Rechts auf Meinungsfreiheit schuldig macht.“

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