Schluss mit dem Leugnen der schrecklichen Zustände in Xinjiang

Die durchgesickerten offiziellen chinesischen Regierungsdokumente bezüglich ihres Vorgehen in der Autonomen Region Xinjiang, die unter dem Namen „The China Cables“ im Ausland veröffentlicht wurden, bestätigen die bisherige Kenntnisse über die schrecklichen Zustände in dieser Region. Hunderttausende Angehörige von überwiegend muslimisch-gläubigen ethnischen Minderheiten sind von den Menschenrechtsverletzungen betroffen. Anlässlich der Veröffentlichung der Dokumente erklärt die Kampagnenleiterin von Amnesty International (AI), Lisa Tassi, folgendes:

„Chinas fortgesetzte Leugnung der Existenz von Haftanstalten in Xinjiang wird angesichts der immer zahlreicher werdenden Beweise immer sinnloser. Diese nun durchgesickerten Dokumente stellen ein weiterer Beweis für die systematische Verfolgung ethnischer und religiöser Minderheiten in China dar. Die darin beschriebenen Misshandlungen stimmen mit dem erschütternden Zeugenaussagen überein, das Amnesty International von ehemaligen Häftlingen der Internierungslagern in Xinjiang sowie von Angehörigen der noch vermissten Personen erhalten hat. Mit jeder Woche erfährt die Welt mehr über das Grauen, das die chinesische Regierung seinen eigenen Bürgern in Xinjiang bereitet. Es ist an der Zeit, dass die chinesische Regierung aufhört Märchen zu erzählen, wonach den Menschen in den Lagern eine „Berufsausbildung“ geboten würde. Stattdessen sollten sie den Hunderttausenden von Menschen, die nach Informationen über ihre Angehörige suchen, sofort Antworten geben. Für die internationale Staatengemeinschaft sollte die nun durchgesickerten Dokumente Anlass dafür sein, den Druck auf die chinesische Regierung zu erhöhen, damit diese humanitäre Katastrophe endlich beendet wird.“